Diabetes mellitus

Was ist Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine nicht übertragbare chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel der Menschen mit Diabetes dauerhaft erhöht ist. Bei gesunden Menschen liegt der Blutzuckerspiegel nüchtern unter 100 mg/dL Blut bzw. 5,6 mmol/L.petersmann2019

Von einem Diabetes mellitus wird laut Glykämiekriterien der Deutschen Diabetes Gesellschaft gesprochen, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft:petersmann2019

 

  • Der Nüchtern-Glukosewert steigt über 126 mg/dL bzw. über 7,0 mmol/L an. Der Nüchternzustand ist so definiert, dass der Betroffene in den letzten 8 Stunden keine Nahrung aufgenommen hat.
  • Der Glukosewert liegt 2 Stunden nach der letzten Mahlzeit über 200 mg/dL bzw. 11,1 mmol/L, im Rahmen eines oralen Glukosetoleranz-Tests mit 75g in Wasser gelöster Glukose und unter Einhaltung der WHO Standards.
  • Der HbA1c-Wert übersteigt 6,5 % bzw. 48 mmol/L
  • Der Blutzuckerspiegel liegt zu einem beliebigen Zeitpunkt nach dem Essen über 200 mg/dL bzw. 11,1 mmol/L

Wie entsteht Diabetes mellitus?


Um die Krankheit zu verstehen, ist es im ersten Schritt wichtig, die Grundlagen des menschlichen Stoffwechsels zu kennen. Zur Stoffwechselregulation spielt das Hormon Insulin eine wichtige Rolle. Der Botenstoff sorgt dafür, dass Glukose nach der Nahrungsaufnahme über das Verdauungssystem, aus dem Blut in die Körperzellen gelangt und dort in Energie umgewandelt werden kann.

Insulin wird von den Betazellen produziert, die Teil der sogenannten Langerhansschen Inseln im Pankreas (Bauchspeicheldrüse) sind. Neben den Betazellen gibt es in der Bauchspeicheldrüse auch die sogenannten Alphazellen, die das Hormon Glukagon produzieren. Dieses Hormon erhöht den Blutzuckerspiegel und fungiert als Gegenspieler zum Insulin. Es wird beispielsweise bei einer Hypoglykämie (Unterzuckerung)  ausgeschüttet.classigeneva,dzdursache,wiebauchspeicheldrüse

Wenn der Glukosetransport in die Zellen aufgrund eines absoluten oder relativen Insulinmangels nicht funktioniert, verbleibt zu viel Glukose im Blut. Es liegt eine Stoffwechselstörung vor, die Diabetes mellitus genannt wird.s3leitlinietherapie,dzdursache

Prävalenz


Seit einigen Jahren gehört Diabetes mellitus zu den häufigsten auftretenden chronischen Erkrankungen in Deutschland.natiodia2019 Mit den in Deutschland häufigsten Erscheinungsformen Diabetes Typ-1 und Typ-2 zählt der Diabetes mellitus hierzulande zu den großen Volkskrankheiten.gesundheitsbericht2020 Laut Gesundheitsbericht Diabetes 2020 der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sind derzeit ca. 6,9 Millionen Menschen in Deutschland an einem dokumentierten Typ-2-Diabetes mellitus und rund 32.000 Kinder und Jugendliche sowie 340.000 Erwachsene am einem Typ-1-Diabetes mellitus erkrankt. Der DDG geht darüber hinaus von einer Dunkelziffer in Höhe von 2 Millionen Menschen aus, die einen nicht dokumentierten Diabetes mellitus haben. Es wird angenommen, dass diese Zahlen in Zukunft weiter ansteigen werden.gesundheitsbericht2020

Schon gewusst?

Der Begriff „Diabetes mellitus“ stammt aus der Antike und setzt sich aus dem griechischen διαβαίνειν [diabainein] und dem lateinischen mellitus zusammen. Übersetzt bedeutet es so viel wie „honigsüßer Durchfluss“. Ärzte in der Antike und in späteren Epochen erkannten einen Diabetes mellitus daran, dass die Menschen mit Diabetes vermehrten Harndrang sowie pathologisch gesteigerten Durst hatten und der ausgeschiedene Urin durch die enthaltende Glukose auffallend süß schmeckte.