Besteht ein Verdacht auf Diabetes, so lässt sich die Erkrankung durch unterschiedliche Verfahren sicher diagnostizieren. Wenden Sie sich hierzu an einen der folgenden Ansprechpartner: 

  • Ihren Hausarzt
  • Einen Diabetologen
  • Einen Ernährungsberater
  • Einen Diabetesberater

Folgende Verfahren kommen in der Diabetes-Diagnose zur Anwendung:kerner2015


Bestimmung des Nüchternzuckers

Zur Bestimmung des Nüchternblutzuckers wird zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit eine venöse Blutprobe entnommen und darin der Zuckergehalt (im Blutplasma) bestimmt. Stoffwechselgesunde Personen haben nüchtern einen Blutzuckerwert unter 100 mg/dL. Liegt die Konzentration wiederholt zu verschiedenen Messzeitpunkten über 126 mg/dL, ist die Person eventuell an Diabetes erkrankt. Blutzuckerwerte zwischen 100 und 125 mg/dL sind noch nicht diabetisch, werden aber als gestörte Nüchternglukose bezeichnet und die Patienten sollten nach einem Jahr nochmal untersucht werden.kerner2015


Oraler Glukose-Toleranz-Test (OGTT)

Der OGTT misst, wie schnell eine bestimmte Menge Zucker vom Körper verarbeitet wird. Dazu muss der Patient nüchtern sein – die letzte Mahlzeit sollte also zwölf Stunden zurückliegen.

Für den Test trinkt der Patient eine genau abgemessene Glukosemenge (75 g) innerhalb von 3–5 Minuten. Vor dem Trinken und 120 Minuten danach wird der Blutzuckerwert gemessen. Bei 2-Stundenwerten von 200 mg/dL und mehr, liegt ein Diabetes vor.versorgungsleitlinietyp2diabetes


HbA1c-Wert

Seit 2010 wird auch der HbA1c-Wert zur Diagnose von Diabetes verwendet. HbA1c besteht aus dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin und daran gebundenen Glukosemolekülen. Diese Reaktion zwischen Glukose und Hämoglobin findet sehr langsam statt. Je höher der Blutzuckerspiegel und je häufiger er erhöht ist, desto mehr “verzuckertes“ HbA1c kann entstehen. 

Die Diagnose Diabetes wird bei einem HbA1c-Wert über 6,5 % (48 mmol/mol) gestellt. Darüber hinaus hilft der HbA1c-Wert einzuschätzen, wie gut ein Diabetes-Patient eingestellt ist. Er gibt Aufschluss über den mittleren Blutzuckerwert der letzten 8–12 Wochen und wird daher auch als Langzeitblutzucker oder Blutzuckergedächtnis bezeichnet.versorgungsleitlinietyp2diabetes