Diagnose des Diabetes mellitus

Bei Verdacht auf einen Diabetes mellitus kann zur Diagnostik der Hausarzt oder Diabetologe bzw. ein Diabetes- oder Ernährungsberater aufgesucht werden.

Verfahren zur Diagnose eines Diabetes mellitus:

Zur Bestimmung des Nüchternblutzuckers wird 12 Stunden nach der letzten Mahlzeit eine venöse Blutprobe entnommen und darin der Glukosegehalt (im Blutplasma) bestimmt. Stoffwechselgesunde Personen haben in der Regel nüchtern einen Glukosewert unter 100 mg/dL bzw. 5,6 mmol/L. Liegt die Konzentration wiederholt zu verschiedenen Messzeitpunkten über 126 mg/dL bzw. 7 mmol/L, ist dies ein Anzeichen dafür, dass die Person möglicherweise an Diabetes erkrankt ist. Glukosewerte zwischen 100 und 125 mg/dL bzw. 5,6 und 6,9 mmol/L sind noch nicht diabetisch, werden aber als gestörte Nüchternglukose bezeichnet und die Patienten sollten nach einem Jahr nochmal einen Arzt aufsuchen.petersmann2019

Der orale Glukose-Toleranz-Test misst, wie schnell eine bestimmte Menge Glukose vom Körper verarbeitet wird. Für den Test, der idealerweise morgens durchgeführt werden sollte, muss der Patient nüchtern sein – die letzte Mahlzeit sollte also mehr als 8 Stunden zurückliegen. Außerdem sollte der Patient in den letzten 8 bis 12 Stunden nicht geraucht und keinen Alkohol zu sich genommen haben.

Zu Beginn des Tests trinkt der Patient innerhalb von 5 Minuten eine in 250-350 ml Wasser gelöste Glukosemenge (75 g). Vor dem Trinken, zum Zeitpunkt 0, und genau 120 Minuten danach wird der Glukosewert des Patienten gemessen. Bei 2-Stundenwerten von 200 mg/dL bzw. 11,1 mmol/L und mehr liegt ein Diabetes mellitus vor. Bei Werten zwischen 140 - 199 mg/dL bzw. 7,8 – 11,0 mmol/L wird von einer IGT (impaired glucose tolerance) gesprochen.petersmann2019

Seit 2010 wird auch der HbA1c-Wert bei der Diagnose von Diabetes herangezogen. HbA1c ist der Teil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), an den Glukose (Blutzucker) gebunden ist. Die Reaktion zwischen Glukose und Hämoglobin erfolgt langsam. Je höher der Blutzuckerspiegel und je häufiger er erhöht ist, desto mehr „verzuckertes“ HbA1c kann entstehen.pschyrembel,petersmann2019

Diabetes wird bei einem HbA1c-Wert über 6,5 Prozent bzw. 48 mmol/L diagnostiziert. Der HbA1c-Wert hilft dem Mediziner außerdem einzuschätzen, wie der Stoffwechsel eingestellt ist. Er gibt unter anderem Hinweis auf den mittleren Glukosewert der letzten 8 bis 12 Wochen und wird daher auch als Langzeitblutzucker oder Blutzuckergedächtnis bezeichnet.petersmann2019

Die aktuellen Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) empfehlen die Verwendung des HBA1c -Werts zur Diagnose eines Diabetes mellitus derzeit nicht. Grund dafür ist die zulässige Abweichung für die interne und externe Qualitätskontrolle, die bisher bei ± 10 bzw. ± 18 Prozent liegt.petersmann2019