Beim Typ-1-Diabetes ist die Behandlung mit Insulin unerlässlich. Beim Typ-2-Diabetes wird im Rahmen eines stufenweisen Therapieplans zunächst durch die Umstellung von Ernährung und Bewegung behandelt. Häufig ist diese Basistherapie allein nicht ausreichend und blutzuckersenkende Medikamente kommen zusätzlich zum Einsatz. Erst, wenn die Therapieziele hierdurch nicht erreicht werden können oder die Patienten die eingesetzten Medikamente nicht vertragen, wird auch beim Typ-2-Diabetes Insulin eingesetzt.s3typ1diabetes,versorgungsleitlinietyp2diabetes

Die verschiedenen Insulinarten

Inzwischen stehen eine Vielzahl verschiedener Insulinpräparate zur Verfügung, die sich in Wirkungsbeginn, Wirkspitze und -dauer unterscheiden. Weiterhin kann man die Insuline nach ihrem Aufbau in Humaninsuline und Insulinanaloga einteilen.

Humaninsuline sind mit dem körpereigenen Insulin gleichzusetzen. Zusätzlich zu diesen Normalinsulinen gibt es Präparate, denen ein Verzögerungsstoff beigefügt wurde (NPH), woraus sich der Name Verzögerungsinsuline ableitet. Hierbei erfolgt ein späterer Wirkungsbeginn, eine mildere Wirkspitze und vor allem eine längere Wirkdauer. Im Vergleich zu den Humaninsulinen sind die Insulinanaloga nicht mit dem körpereigenen Insulin identisch.

Kleine Veränderungen im Bauplan des Insulins sorgen dafür, dass die Insulinanaloga eine veränderte Wirkungszeit haben. Durch diese Methode sind inzwischen verschiedene Insulinanaloga erhältlich, die entweder schneller als Normalinsulin, oder noch länger als Verzögerungsinsulin wirken.s3typ1diabetes


Konventionelle Insulintherapie (CT)

Bei der konventionellen Insulintherapie wird nach einem festen Plan gespritzt.  Verwendet werden Mischinsuline – entweder kurzwirksames Analoginsulin mit NPH-Insulin oder Normalinsulin gemischt mit NPH-Insulin. Der Betroffene injiziert meist zweimal täglich eine  bestimmte Dosis; in der Regel vor dem Frühstück und vor dem Abendessen. Bei  dieser Form der Insulintherapie ist es besonders wichtig einen genauen Mahlzeitenplan einzuhalten.

Bei Typ-2-Betroffenen, die einen festen Tagesablauf mit festen Mahlzeiten und  gleichmäßiger Aktivität haben, ist die konventionelle Insulintherapie eine gute Wahl.

Für den Patienten bedeutet diese Therapie eine Vereinfachung, da er vorgegebene Insulindosen spritzt und nicht selbst berechnen braucht. Er kann bei dieser Therapie weniger Blutzuckermessungen durchführen als beim intensivierten Konzept. Für Typ-1-Betroffene kommt diese Therapie nur selten infrage, etwa wenn der  Patient nicht in der Lage ist, mehrmals täglich den Blutzucker zu messen und mehr als zweimal täglich Insulin zu spritzen.s3typ1diabetes,versorgungsleitlinietyp2diabetes


Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT)

Diese Therapie versucht, die Produktion von Insulin bei gesunden Menschen nachzuahmen und ist die erste Wahl beim Typ-1-Diabetes. Der Patient spritzt als Basisversorgung ein- bis dreimal täglich ein Verzögerungsinsulin, das nur langsam in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Das Verzögerungsinsulin deckt den basalen Insulinbedarf, also die Insulinmenge, die der Körper ohne Nahrungsaufnahme benötigt, ab.s3typ1diabetes

Zusätzlich injiziert der Betroffene jeweils vor dem Essen ein schnell wirkendes Insulin, um den durch die Nahrungsaufnahme ansteigenden Blutzucker zu senken und die Aufnahme der Glukose in die Körperzellen zu ermöglichen.

Die Dosis errechnet er aus dem Ausgangs-Blutzuckerwert, einem Korrekturfaktor (um erhöhte Ausgangswerte zu korrigieren) und einem BE-Faktor (die nötige Insulinmenge für die gewünschte Kohlenhydratmenge).s3typ1diabetes


Insulinpumpentherapie (CSII)

Die Insulinpumpentherapie, auch kontinuierliche subkutane Insulininfusion genannt, ahmt die Funktion einer gesunden Bauchspeicheldrüse nach.

Die Pumpe ist nicht größer als ein Handy und wiegt rund 100 Gramm. Sie sorgt dafür, dass schnell wirksames Insulin kontinuierlich über eine Nadel und einen dünnen Katheter in das Fettgewebe unter der Haut gelangt.

Dabei kann die Insulinabgabe für den basalen Bedarf individuell programmiert werden. Neben diesem Grundbedarf, braucht der Körper bei jeder Mahlzeit eine zusätzliche Menge an Insulin.

Hierzu errechnet der Patient die passende Insulindosis anhand Zielwert, Korrektur- und BE-Faktor der gewünschten Kohlenhydratmenge der Mahlzeit und ruft diese Insulinmenge dann bei der Pumpe vor der Nahrungsaufnahme ab.

Diese Form der Insulintherapie kommt primär nur beim Typ-1-Diabetes zum Einsatz –  Voraussetzung ist dabei ein sicherer Umgang mit der intensivierten Therapie. Der Vorteil einer Insulinpumpe ist, dass die Basisversorgung leicht an erhöhte körperliche Aktivität oder andere besondere Umstände angepasst werden kann. Gerade für aktive Patienten oder solche mit unregelmäßigem Tagesablauf bedeutet die Insulinpumpe erhöhte Flexibilität und Lebensqualität. Bei richtiger Handhabung der Pumpe kann die Neigung zu Hypoglykämien reduziert werden.s3typ1diabetes,diabetesinformationsdienstweb2