Typ-2-Diabetes | Stufenweise Therapie

Stufe 1: Basistherapie (Schulung, Ernährungstherapie, Raucherentwöhnung, Steigerung der körperlichen Aktivität)

Stufe 2: Einfache medikamentöse Behandlung

Stufe 3: Einsatz eines zweiten Medikaments

Stufe 4: Insulintherapie

Anders als beim Typ-1-Diabetes ist beim Typ-2-Diabetes die Produktion von Insulin zu Beginn nicht immer reduziert und besonders anfänglich kann auf die Gabe von Insulin verzichtet werden. Neben einer genetischen Neigung zu Typ-2-Diabetes tragen vielfältige Faktoren zur schleichenden Entwicklung der Erkrankung bei.

Je nach Ausprägung der Störung des Zuckerstoffwechsels zum Zeitpunkt der Diagnose erfolgt die Therapie des Typ-2-Diabetes nach einem Stufenplan.

Dieser baut zunächst auf einer Ernährungsumstellung, Steigerung der körperlichen Aktivität, sowie einer medikamentösen Behandlung auf.versorgungsleitlinietyp2diabetes


Basistherapie des Typ-2-Diabetes: Ernährung & Bewegung

Die Basistherapie ist zentraler Baustein der Therapie des Typ-2-Diabetes und wird auf allen Therapiestufen beibehalten. Zunächst wird hier versucht ohne den Einsatz von Medikamenten oder Insulin die Lebensgewohnheiten zu ändern, die die Entstehung und das Fortschreiten der Erkrankung fördern. Dies geschieht über folgende Maßnahmen:kellerer2015,versorgungsleitlinietyp2diabetes

  • Ernährungsumstellung und ggf. Abbau von Übergewicht
  • Steigerung der körperlichen Aktivität

Die Basistherapie stellt tatsächlich eine echte Herausforderung für viele Betroffene dar. Andererseits kann sie als Anreiz genutzt werden, dauerhaft einen gesünderen und bewussteren Lebensstil zu etablieren – auch über die eigentlichen Bereiche der Therapie hinaus.


Diabetes-Medikamente (orale Antidiabetika)

Häufig sind die nichtmedikamentösen Änderungen des Lebensstils im Rahmen der Basistherapie allein nicht ausreichend, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. In diesem Fall kommen zusätzlich Diabetes-Medikamente zum Einsatz, um den Blutzucker in den Griff zu bekommen.versorgungsleitlinietyp2diabetes

Der Wirkstoff, der hier am häufigsten zur Anwendung kommt, ist Metformin. Metformin wird oral eingenommen und senkt die Insulinresistenz der Zellen, d. h. sie reagieren wieder empfindlicher auf Insulin. 

Da beim Typ-2-Diabetes meist noch eine grundsätzlich ausreichende Menge Insulin vom Organismus selbst produziert wird, kann das Insulin seine Wirkung durch den Einsatz von Metformin wieder besser entfalten.versorgungsleitlinietyp2diabetes,matthaei2009 Alternativen zu Metformin sind beispielsweise Sulfonylharnstoffe, Glinide und Glitazone. Ihr Arzt wird Sie dahingehend beraten, welches Medikament für Sie am besten geeignet ist.


Insulin bei Typ-2-Diabetes

Werden die Thereapieziele nicht erreicht, folgt nach der Basis- und der medikamentösen Therapie bei Typ-2-Diabetes die Insulintherapie. Sollten also weder eine geänderte Lebensweise noch oral verabreichte Diabetes-Medikamente den Blutzuckerspiegel ausreichend gesenkt haben, bestehen gute Chancen dies über eine entsprechende Gabe von Insulin zu erreichen. Auch wenn die oralen Diabetes-Medikamente nicht gut vertragen werden, kann eine Insulintherapie zum Einsatz kommen.versorgungsleitlinietyp2diabetes

Ihr Arzt wird entscheiden, ob die Insulintherapie von Dauer oder befristet ist und welche Form die für Sie geeignetste ist.


Kontrolle durch Glukosemessung

Auch Typ-2-Diabetes-Patienten müssen ihren Gukosespiegel in bestimmten Situationen durch selbstständig durchgeführte Messungen kontrollieren. Gerade bei neu diagnostizierten Typ-2-Betroffenen, bei Umstellungen in der medikamentösen Therapie und bei Insulintherapie ist diese Selbstkontrolle notwendig. Nur so ist es möglich, auftretende Unterzuckerungen sowie Zuckerspitzen früh zu erkennen und gegenzusteuern, z. B. durch die Anpassung der Medikation. Die Häufigkeit der Messungen hängt bei Typ-2-Diabetikern unter anderem von den eingeleiteten Therapiemaßnahmen ab.kellerer2015