Beim Typ-1-Diabetes sind die β-Zellen der Bauchspeicheldrüse weitgehend zerstört, sodass nur noch wenig oder gar kein Insulin mehr gebildet werden kann. Beim Typ-2-Diabetes reagieren die Zellen nur noch eingeschränkt auf das Insulin. Neben dieser sogenannten Insulinresistenz kann beim Typ-2- Diabetes gleichzeitig auch eine reduzierte Insulinproduktion vorkommen.

Der bei medizinischen Laien häufig unbekannte Typ-3-Diabetes fasst mehrere Diabetes-Unterformen zusammen. Der Schwangerschaftsdiabetes (auch Gestationsdiabetes) tritt, wie der Name schon sagt, im Zuge der Schwangerschaft auf und verschwindet meist nach der Geburt des Kindes wieder.kerner2015,kleinwechter2015

Diabetes ist nicht gleich Diabetes

Typ-1-Diabetes

Typ-1-Diabetes tritt meistens bereits im Kindes- bzw. Jugendalter auf und gehört zu den häufigsten Stoffwechselkrankheiten. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, das heißt, das körpereigene Abwehrsystem greift gesunde Zellen und Gewebe an. Die Immunabwehr zerstört in diesem Fall die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse – die sogenannten β-Zellen.s3typ1diabetes

Die Zerstörung der β-Zellen führt dazu, dass kaum noch bzw. gar kein Insulin mehr produziert werden kann. Eine Regulation des Blutzuckerspiegels ist somit nur noch durch Insulinzuführung von außen möglich. Patienten mit Typ-1-Diabetes müssen sich daher mehrmals pro Tag Insulin spritzen.

Die Gründe dafür, dass das Immunsystem eigene Körperzellen angreift, sind noch nicht vollständig wissenschaftlich geklärt. Neben einer genetischen Veranlagung können Umwelteinflüsse oder Infektionen eine Rolle bei der Entstehung des Typ-1-Diabetes spielen.diabetesinformationsdienstweb

Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes (auch "Altersdiabetes" genannt) tritt meist ab einem Alter von etwa 45 Jahren auf und ist mit 90-95% die häufigste Diabetes-Form. Anders als beim Typ-1-Diabetes wird vom Körper zunächst noch Insulin produziert. Allerdings ist die Empfindlichkeit der Körperzellen herabgesetzt, sodass sie nicht ausreichend auf das vorhandene Insulin reagieren. Man spricht in diesem Fall von einer "Insulinresistenz". Der Blutzuckerspiegel steigt, was zur Folge hat, dass die Bauchspeicheldrüse versucht, durch gesteigerte Insulinproduktion gegenzusteuern. Diese Produktion auf Hochtouren führt aber letztlich dazu, dass die Bauchspeicheldrüse erschöpft und die Insulinproduktion nach und nach dauerhaft versiegt.versorgungsleitlinietyp2diabetes

Mögliche Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes:kellerer2015

  • Genetische Veranlagung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel

Typ-3-Diabetes

Grundsätzlich ist Typ-3-Diabetes wie die anderen Formen durch eine chronische Erhöhung des Blutzuckers in Verbindung mit Risiken für schwere Begleit- und Folgeerkrankungen gekennzeichnet. Allerdings gibt es den einen Typ-3-Diabetes nicht.

Unter diesen Begriff fallen eine ganze Reihe von Diabetes-Unterarten, die sich aufgrund ihrer Ursachen von den Typen 1, 2 und 4 (Schwangerschaftsdiabetes) abgrenzen.

Diese wiederum werden in acht Untergruppen verschiedenen Ursachen zugeordnet:kerner2015


  1. Genetischer Defekt der β-Zellen  
  2. Genetische Defekte in der Insulinwirkung
  3. Andere genetische Syndrome (z.B. Down-Syndrom, Chorea Huntington)
  4. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder Entfernung der Bauchspeicheldrüse
  5. Stoffwechselerkrankungen
  6. Durch Medikamente oder Chemikalien
  7. Infektionen
  8. Seltene Formen eines autoimmun vermittelten Diabetes (Fehlfunktion des Immunsystems)

auch: Gestationsdiabetes oder Typ-4-Diabetes

In der Schwangerschaft sorgt die veränderte Hormonlage der Mutter für eine reduzierte Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin (Insulinresistenz) und somit einen erhöhten Insulinbedarf. Häufig ist die Bauchspeicheldrüse der Mutter in der Lage, diesen erhöhten Bedarf zur Verfügung zu stellen, so dass kein Anstieg des Blutzuckerspiegels messbar ist. Bei fünf bis zehn Prozent der Frauen gelingt dies allerdings nicht – Schwangerschafts- bzw. Gestationsdiabetes ist die Folge. Nach der Geburt normalisiert sich der Blutzuckerwert bei den meisten Frauen wieder.s3gestationsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes kann gesundheitliche Folgen für Mutter und Kind haben. Die Mutter kann während der Schwangerschaft u.a. Bluthochdruck entwickeln und häufig besteht eine erhöhte Neigung zu Harnwegsinfektionen. Für das Kind kann Schwangerschaftsdiabetes übermäßiges Wachstum im Mutterleib und damit eine problematische Geburt oder auch eine spätere Neigung zu Typ-2-Diabetes bedeuten.s3gestationsdiabetes