Hypo- und Hyperglykämien

Der Glukosestoffwechsel kann abhängig von der Ernährungssituation, der körperlichen Belastung sowie der medikamentösen Einstellung von Diabetes-mellitus-Patienten von den Normalwerten abweichen. Eine zu niedrige Konzentration von Glukose im Blut wird als Hypoglykämie, eine zu hohe Konzentration als Hyperglykämie bezeichnet.

Was sind Hypo- und Hyperglykämien?

Eine Hypoglykämie kann verschiedene Ursachen, wie zu hohe Insulindosierung, falsche Einstellung mit Blutzuckersenkenden Antidiabetika, ausgelassene Mahlzeiten, falsch eingeschätzter Kohlenhydratbedarf, ungewohnte körperliche Belastung, Nierenschwäche oder Alkoholgenuss haben.behandlungnotfall

Eine Hypoglykämie macht sich zunächst vor allem durch Zittern, Herzrasen, Schweißausbrüche, Blässe um Mund und Nase sowie Heißhunger bemerkbar. Sinkt der Blutzuckerspiegel weiter ab, kann es zu Symptomen eines Energiemangels im Gehirn kommen, der sich durch Konzentrationsschwäche, Verwirrtheit, Sehstörungen oder Kopfschmerzen auszeichnet.

Eine schwere Hypoglykämie stellt für den Betroffenen also insofern ein Problem dar, weil die Zellen im Gehirn bevorzugt Glukose als Energiequelle nutzen. Bei einem sehr niedrigen Glukosewert kann der Körper die Versorgung dieser Zellen nicht mehr sicherstellen, was unter Umständen zu Verwirrungserscheinungen oder Bewusstlosigkeit führen kann. Menschen mit Diabetes in diesem Stadium sind auf Fremdhilfe angewiesen.behandlungnotfall,s3leitlinietherapie

Bei den ersten Warnzeichen einer Unterzuckerung gilt: Erst essen, dann messen, d.h. man sollte glukosehaltige Nahrung, bevorzugt Traubenzucker zu sich nehmen. Die zu sich genommene Glukose sollte etwa 20 g entsprechen. Alternativ kann auch ein Glas Fruchtsaft getrunken werden. Anschließend empfiehlt sich der Verzehr einer „langsamen“ Kohlenhydrateinheit z.B. einer Banane. Die darauffolgende Messung des Blutzuckers gibt Sicherheit darüber, ob tatsächlich ein Anstieg zu verzeichnen ist. Bei einer schweren Hypoglykämie sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden.behandlungnotfall Für diese Fälle existieren heute schon moderne Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung wie z. B. FreeStyle Libre 2, die Menschen mit Diabetes frühzeitig über niedrige Glukosewerte informieren und vor möglichen Hypoglykämien warnen.heinemann

Nicht nur zu niedrige, sondern auch zu hohe Glukosewerte können sowohl für Menschen mit Typ-1 als auch mit Typ-2-Diabetes problematisch werden. Glukose kann sich im Blut ansammeln, wenn der Körper nicht genügend Insulin produziert und damit nicht genug Glukose in die Zellen gelangen kann. Der medizinische Begriff dafür lautet Hyperglykämie und bezieht sich auf höhere als normale Glukosewerte im Blut - über 200 mg/dL bzw. 11,1 mmol/L. Bei ansonsten gesunden Erwachsenen liegt ein normaler Blutzuckerspiegel zwischen 90 und 180 mg/dL bzw. 5 mmol/L und 10 mmol/L.verywell Ursache dafür können nicht korrekte Insulin- oder Medikamentenmengen oder ein übermäßiger Verzehr von Kohlenhydraten sein. Infektionskrankheiten, Stress, Pen- oder Pumpendefekte sind weitere mögliche Ursachen.behandlungnotfall,s3leitlinietherapie

Damit eine Hyperglykämie offensichtliche Symptome hervorrufen kann, müssen die Glukosewerte signifikant ansteigen. Dies geschieht in der Regel nicht sofort, sondern zieht sich über einen längeren Zeitraum. Wenn sich also Symptome entwickeln, treten sie über mehrere Tage oder Wochen sehr langsam auf. Manche Menschen, die über einen längeren Zeitraum an Typ-2-Diabetes leiden, entwickeln möglicherweise nie Symptome aufgrund eines erhöhten Glukosespiegels.verywell


Zu den häufigen Symptomen einer Hyperglykämie gehören:verywell

  • Pathologisch gesteigertes Durstgefühl (Polydipsie)
  • Erhöhter Hunger (Polyphagie)
  • Vermehrter Harndrang (Polyurie)
  • Verschwommene Sicht
  • Müdigkeit/Schlappheit

Um den überschüssigen Zucker im Blut „loszuwerden“, scheidet der Körper eines Menschen mit Diabetes ab einem Glukosewert von 180g/dL bzw. 10 mmol/L verstärkt Glukose und damit auch Wasser über die Nieren aus. In Folge kann es, vor allem bei Menschen mit Typ-1-Diabetes, zu erheblichen Wasserverlusten und einer Verschiebung im Mineralstoffhaushalt kommen, was in einem diabetischen Koma enden kann. Es werden zwei Formen des diabetischen Komas unterschieden: das „ketoazidotische“ und das „hyperosmolare“ Koma. Ersteres tritt vor allem bei Menschen mit Typ-1-Diabetes auf.s3leitlinietherapie,behandlungnotfall

Was sind Hypo- und Hyperglykämien?