Eine Unterzuckerung, auch Hypoglykämie genannt, kann verschiedene Ursachen haben: Zu hohe Dosierung von Insulin oder blutzuckersenkenden Medikamenten, ausgelassene Mahlzeiten, falsch eingeschätzte Kohlenhydratmengen, zu  spätes Essen, ungewohnte körperliche Belastung, Nierenschwäche oder Alkoholgenuss. Eine schwere Hypoglykämie ist problematisch, weil die Zellen des Gehirns ausschließlich Glukose als Energiequelle nutzen können. Bei einem sehr niedrigen Blutzuckerwert ist deren Versorgung nicht mehr gesichert.


Symptome

Erste Anzeichen einer Hypoglykämie sind Zittern und Herzrasen, Schweißausbrüche, Blässe um Mund und Nase sowie Heißhunger. Sinkt der Blutzucker weiter, zeigen sich die Symptome eines Energiemangels im Gehirn: Typisch sind Konzentrationsschwäche, Verwirrtheit, Doppeltsehen, Sprachstörungen oder Kopfschmerzen. Bei extrem niedrigen Werten können Krampfanfälle und Bewusstseinstrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit auftreten. In diesem Fall ist sofort der Notarzt zu verständigen. Er wird eine hochkonzentrierte Zuckerlösung bzw. Glukagon spritzen, um die Hypoglykämie zu beheben.patientenleitlinie2015


Maßnahmen

Bei den ersten Warnzeichen einer Unterzuckerung gilt: erst essen, dann messen, d.h. man sollte 3–4 Stück Traubenzucker zu sich nehmen. Dies entspricht etwa 20g Glukose. Alternativ kann auch ein Glas Fruchtsaft oder Cola getrunken werden. Anschließend empfiehlt sich der Verzehr einer „langsamen“ Kohlenhydrateinheit, etwa einer Banane. Die darauf folgende Messung des Blutzuckers gibt Sicherheit darüber, ob tatsächlich ein Anstieg zu verzeichnen ist.