Tatsächlich gibt es vieles, was Betroffene beachten müssen – auch im Bereich Freizeit und Fitness, in dem Einschränkungen natürlich als besonders unangenehm empfunden werden. Allerdings ist für Menschen mit Diabetes bei umfassendem Wissen und entsprechenden Vorbereitungen im Grunde alles möglich, was auch Stoffwechselgesunde können. Im Folgenden haben wir Ihnen einige wichtige Informationen für eine entspannte und verantwortungsbewusste Freizeitgestaltung zusammengestellt.

Freizeit und Fitness: Was Sie wissen sollten

Bewegung bringt den Stoffwechsel auf Trab

Joggen oder auch Walken oder Wandern sind besonders beliebte körperliche Aktivitäten, da sie zu jeder Tageszeit und ohne teure Ausrüstung möglich sind. Die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft unterstützt Sie dabei, überflüssige Kilos loszuwerden und verbessert die Blutfettwerte. Außerdem stärkt es das Immunsystem und baut sogar Stress ab. Besonders Nordic Walking ist für Menschen mit Diabetes empfehlenswert, da es nicht nur die Beine sondern durch die Stöcke auch Arme und Rumpf trainiert. Vor dem Start ist es aber generell ratsam, sich vom Diabetologen beraten zu lassen, welcher Sport in welchem Umfang für einen persönlich geeignet ist.

Da der Körper durch die Bewegung mehr Zucker verbraucht, muss auch die Insulintherapie angepasst werden, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Dies kann entweder erreicht werden, indem weniger Insulin gespritzt wird oder mehr Kohlenhydrate gegessen werden. Außerdem sollten Menschen mit Diabetes sicherheitshalber unterwegs Traubenzucker oder gezuckerte Getränke wie Limonade dabei haben und nicht alleine laufen.


Das passende Schuhwerk

Druckstellen, Blasen und Hornhautschwielen - bei Lauf-Aktivitäten können schnell Verletzungen auftreten. Besonders für Diabetiker ist dies ein erhöhtes Risiko. Laut neuester Quelle sind 19-34% aller Diabetiker im Laufe ihres Lebens vom diabetischen Fußsyndrom betroffen.discfußsyndrom Dabei entstehen Verletzungen am Fuß, die schlecht heilen. Die Folge sind Geschwüre, die aus kleinen Wunden entstehen und im schlimmsten Fall droht eine Amputation. Ursache sind zum Beispiel Nervenschädigungen (Neuropathien), die den Fuß unempfindlich gegen Schmerzen machen.

Bei vielen Diabetikern mit Fußsyndrom sind schlecht sitzende Schuhe die Ursache.

Deshalb ist es wichtig, dass Menschen mit Diabetes auch das passende Schuhwerk tragen. Sie sollten immer nachmittags Schuhe kaufen, da dann die Füße am größten sind.

Auch wenn Sie nicht unter Neuropathie leiden, sollten Sie sich dennoch im Fachgeschäft gut beraten lassen. Empfehlenswert sind bequeme Schuhe mit flachen Absätzen und Platz für Einlagen. Zudem hilft ein nahtfestes, weiches Innenfutter druckgefährdete Stellen zu schonen. Menschen mit Neuropathie sollten Schuhe geschlossen tragen. Bei offenen Sandalen oder Flip-Flops ist die Gefahr groß, dass sich ein Steinchen unbemerkt unter den Fuß verirrt oder Sandalenriemen die Haut reizen.

Eine diabetesadaptierte Fußbettung verschafft nach einem Geschwür an der Fußsohle maixmale Entlastung. Sie ist so aufgebaut, dass die gefährdeten Stellen beim Gehen kaum Druck bekommen. Bei Verformungen des Fußes kann es sein, dass diabetische Schutzschuhe nicht mehr passen - dann sind orthopädische Maßschuhe erforderlich.


Entspannt in die Sauna

Ein Gang in die Sauna ist Balsam für Körper und Seele, stärkt das Immunsystem und ist gut für die Haut. Davon abgesehen kurbelt Saunieren die Durchblutung der Gefäße an, stärkt die Abwehrkräfte, erhöht die Lungenkapazität und normalisiert den Blutdruck.

Auch Menschen mit Diabetes können nach Herzenslust in der Sauna schwitzen, sollten allerdings einige Punkte beachten, bevor sie sich dem heiß-kalten Wechselbad aussetzen: Insulin wirkt bei Wärme aufgrund der besseren Durchblutung der Haut schneller und stärker. Damit steigt die Gefahr der Unterzuckerung. Kontrollieren Sie deshalb vor dem Saunabesuch Ihren Blutzucker.

Die optimalen Werte sollten über 110 mg/dl bzw. 6,1 mmol/L liegen. Menschen mit Diabetes, die wenig Saunaerfahrung haben, messen am besten auch zwischen den Saunagängen und direkt danach. Außerdem ist es nicht ratsam, unmittelbar vor dem Saunabesuch Insulin zu spritzen. Falls sich das jedoch nicht vermeiden lässt, spritzen Sie in den Oberschenkel oder in das Gesäß, da dort das Insulin langsamer wirkt. Für den Notfall sollten Traubenzucker, Obst oder Fruchtsaft griffbereit sein.

Saunieren ist ein ideales Kreislauftraining: Die Wärme stellt die Blutgefäße weit, beim Abkühlen ziehen sie sich zusammen. Extreme Temperaturwechsel sind für Diabetiker aber nicht empfehlenswert, da sie ein erhöhtes Risiko für Kreislaufprobleme mit sich bringen.

Gehen Sie es lieber behutsam: Gehen Sie nach dem Schwitzen an die frische Luft und kühlen sich unter Dusche ab. Sollten Sie unter Diabetes-Folgekrankheiten leiden, sprechen Sie vor Ihrem ersten Saunabesuch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Nur in seltenen Fällen, etwa bei schweren koronarer Herzkrankheit, werden sie Ihnen davon abraten.


Der regelmäßige Augencheck

Die Netzhaut des Auges, von Medizinern Retina genannt, ist eine dünne Gewebeschicht, die den Augapfel von innen auskleidet. Millionen lichtempfindlicher Zellen verwandeln die Lichtreize in elektrische Impulse, die im Gehirn als Bild erfasst werden. Um die Netzhaut mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen zu versorgen, ist sie mit einer Vielzahl von Blutgefäßen verbunden. Allerdings werden die filigranen Adern bei dauerhaft erhöhten Zuckerwerten durchlässig und brüchig.

Das Resultat ist, dass Blut ins Gewebe sickert und Gefäße sich verschließen. Diese sogenannte diabetische Retinopathie beginnt schleichend und schmerzfrei.

Da sie zu Beginn keine Sehstörungen verursacht, bemerken Menschen mit Diabetes diese üblicherweise in diesem Stadium nicht. Wenn der Körper nun neue Blutgefäße für eine verbesserte Durchblutung bildet, wuchern diese aus der Netzhaut in den Glaskörper – im schlimmsten Fall schwillt die Netzhaut an oder löst sich, was das Sehvermögen schlussendlich stark einschränkt. Ein niedriger HbA1c-Wert von 7% sowie ein normaler Blutdruck von bis zu 140/80 und der Verzicht auf Zigaretten bieten einen guten Schutz gegen die Erkrankung des Auges.

Während Typ-1-Diabetiker ab dem fünften Jahr ihrer Erkrankung einmal im Jahr zur Augenhintergrund Untersuchung gehen sollte, ist dies bei Typ-2-Diabetikern sofort nach der Diagnose wichtig – häufig leiden sie zu diesem Zeitpunkt schon an einer milden Form der Retinopathie.discleitlinieuntersuchung

Üblicherweise empfiehlt es sich bei intakter Netzhaut einmal im Jahr die Augen kontrollieren zu lassen, bei Veränderungen dagegen alle drei bis sechs Monate. Je nach Stadium der Erkrankung können Laser Therapien oder aufwändige Operationen die Augen retten.


Fliegen mit Diabetes – Das gehört ins Handgepäck

Das gehört ins Handgepäck
Insulin
Insulin
Blutzuckermessgerät
Messgerät zur Zuckerkontrolle, z.B. FreeStyle Libre
Sensoren oder Teststreifen
Pen oder Spritze und Nadeln
Pen bzw. Spritzen und Nadeln
Glukoseampullen
Glukoseampullen
Notfallausweis Diabetes
Ärztliche Bescheinigung
Notfallausweis Diabetes

FreeStyle Link-Empfehlung: Sport & Fitness

Dass sich Sport und Diabetes hervorragend vertragen, beweisen Ihnen diese Webseiten.

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www.diabetes-sport.de

Im offiziellen Gremium der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) arbeiten Ärzte, Angehörige von Beratungsberufen und Übungsleiter interdisziplinär zusammen, auch Kontakte zu Diabetes- Sport- und Rehagruppen können geknüpft werden.

www.idaa.de

IDAA ist eine weltweite Vereinigung von Sportlern mit Diabetes – auf der deutschsprachigen Seite finden Sie entsprechend sportfokussierte Informationen und Diskussionsforen.